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Diese in 2003 neu errichtete multifunktionalen
Wirbelschicht-Versuchsanlage dient der Verbrennung bzw. Vergasung fester
Brennstoffe. Im wesentlichen handelt es sich dabei um Bio- oder Ersatzbrennstoffe
(RDF). Die Versuchsanlage dient der Untersuchung des Verhaltens verschiedener
Brennstoffe unter oxidierenden wie unter reduzierenden Bedingungen (Verbrennung
bzw. Vergasung) sowie der Entwicklung, Erprobung und Verbesserung von
Einzelkomponenten, z.B. Brennstoffzuführeinrichtungen, Filteranlagen,
Brennsysteme etc.. Die Feuerungswärmeleistung der modular aufgebauten
Versuchsanlage beträgt ca. 100 kW. Sie besteht im wesentlichen aus den
Anlagenteilen
- Brennstofflager und Dosierung,
- Wirbelschichtofen,
- Staubabscheider,
- Thermische Nachverbrennung.
Der Brennstoff wird aus einem Lagercontainer, der für einen Brennstoffvorrat von
72 Stunden ausgelegt ist, über einen Schubboden kontinuierlich dem
Wirbelschichtofen zugeführt. Die Dosierung erfolgt volumetrisch. Im
Wirbelschichtofen wird der Brennstoff entweder verbrannt oder teilverbrannt
(= vergast). Beide Vorgänge stellen eine thermochemische Umwandlung dar, die in
Wirbelschichten typischerweise bei etwa 900°C abläuft.
Während bei der Verbrennung durch Luftüberschuss ein CO2-haltiges Rauchgas
entsteht, wird die autotherme Vergasung mit unterstöchiometrischem Luftverhältnis
betrieben wobei verschiedene brennbare Gasbestandteile entstehen. Während also
bei der Verbrennung die Enthalpie vollständig in fühlbare Wärme umgewandelt wird,
enthält das Produktgas bei der Vergasung neben fühlbarer Wärme auch chemische
Energie in Form von Heizwert, wodurch sich u. a. eine größere Bandbreite an
Einsatzmöglichkeiten ergibt.
Bei der Versuchsanlage wird die im Verbrennungsbetrieb anfallende Wärme durch
Konvektivheizflächen ausgekoppelt. Das erzeugte Rauch- bzw. Brenngas wird über
einen Zyklon geleitet, der anfallende Stäube abscheidet. Im Vergasungsbetrieb
wird das Brenngas vor der Ableitung durch den Kamin durch eine thermische
Nachverbrennung (geschlossene Brennkammer) geführt. Dort werden sämtliche im Gas
enthaltenen brennbaren Gaskomponenten unschädlich gemacht. So wird sichergestellt,
dass keine unverbrannten Abgase in die Umgebung gelangen können.
Die Versuchsanlage steht ab 2004 auch für Auftragsversuche zur Verfügung. |